Voraussetzungen für Parkour | doParkour Blog

Voraussetzungen für Parkour

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Parkour wird immer beliebter. Viele sehen meist den Reiz, sich auf neue Art zu bewegen und ihre Grenzen zu überwinden. Kein Hindernis scheint zu hoch, zu schwer, alles scheint möglich. Einige ziehen voller Motivation los um es auszuprobieren.

Doch heute scheint es immer mehr Interessierte abzuschrecken, den Schritt zu wagen und sich zum ersten Mal mit Parkour auseinander zu setzen. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle.


Was es wirklich ausmacht

Die Angst nicht „fit“ genug zu sein, nicht mithalten zu können oder sich zu verletzen, ist oft bei den Meisten, ob jung oder alt, vorhanden. Hierbei sollte man sich fragen, wie sich die Leute Parkour vorstellen.

„Alles fitte junge Kerle, die ihre gestählten Körper benutzen, um akrobatisch abgefahrene Stunts zu vollführen?!“

Nun… nein. Zuerst – es gibt unheimlich viele Frauen im Parkour, das Geschlechtervorurteil sollte also gleich abgeworfen werden.

Fit und gestählt? Das ist Resultat des Trainings! Klar, viele fangen fitter an als andere, doch Ziel eines gesunden Menschen sollte es schließlich sein, die körperlichen Fähigkeiten stets zu verbessern. Die Vorteile liegen auf der Hand. Körperliches sowie geistiges Wohlbefinden und ein Körper, der einen in wichtigen Situationen – auch noch im Alter – nicht im Stich lässt („be strong to be useful“ – ein wichtiges Konzept in der Parkour-Philosophie).

Parkour und kreative Bewegung sind fantastische Möglichkeiten, das zu unterstützen. Sofern einem der Körper eigenständige Fortbewegung erlaubt, ist man geschaffen dafür, voran zu kommen, die gegebenen Fähigkeiten zu nutzen und weiter auszubilden.

Also – egal wie wenig Muskeln du hast, wie unbeweglich du bist, wie lange du nicht joggen warst – wenn deine Beine dein eigenes Körpergewicht tragen, bist du geschaffen für Parkour. Traue dich nach draußen und probiere es einfach aus.

Auch wenn Kraft und Beweglichkeit im Parkour früher oder später eine wichtige Rolle spielen, sollte der mentale Aspekt, von Motivation zum Training bis zur Überwindung zum Sprung, nie vernachlässigt werden. Als Voraussetzung steht hierbei einzig und allein die Fähigkeit im Raum, sich eigenständig zum Training zu motivieren, sei es auch nur zum allerersten Mal.

Mit der Zeit gewinnt man immer mehr Einschätzung über die eigenen Fähigkeiten, was einem helfen kann, sich stetig weiter zu verbessern und vor Verletzungen zu schützen, die durch zu große Sprünge und Fehleinschätzung entstehen können.

Abgefahrene Stunts sind genau aus dem Grunde der Verletzungsvermeidung auch nicht Teil unserer Welt. Jede/r, der/die wirklich nachhaltig trainiert, macht ausschließlich Sprünge, für die er/sie absolut bereit ist, mit voller Sicherheit, dass nichts schiefgehen kann – minimales Risiko. Wenn dabei ein Sprung gemacht wird, der für Außenstehende gewaltig und unfassbar abgefahren zu sein scheint, ist es das nicht für die/den Springende/n. Nur eine weitere Ebene des Vorankommens.

Es ist nicht Ziel zu beeindrucken.

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Keine Angst, du bist bereit!

Es wird deutlich – man braucht keine besonderen Voraussetzungen für Parkour. Weder körperlich und was die Fitness angeht, noch was das Geschlecht oder gar das Alter angeht. Genau so wenig muss man sich um irgendwelche Ausrüstung oder besondere Kleidung Gedanken machen. Keine besonderen Hosen, Schuhe oder Handschuhe sind nötig. (Handschuhe minimieren die Kontrolle und das Bewusstsein für ein Hindernis durch die Berührung, erhöhen die Unsicherheit und damit das Verletzungsrisiko).

Ich selbst habe zwar mit Schuhen an den Füßen angefangen, doch bald gemerkt, wie schön es ist, auch einmal barfuß zu laufen, die Verbindung zum Boden zu spüren und bewusster zu trainieren. Die Kleidung sitzt gut und ist bequem, dir beim Bewegen nicht im Weg? Perfekt, mehr ist nicht nötig.


Das erste Training

Nun stehst du also vor der Entscheidung und fühlst dich bereit dazu, es einmal auszuprobieren. Dann heißt es alle eigenen Stärken und Schwächen zurück zu stellen. Du willst dich mit niemandem Messen und bist bereit zu lernen. Der Spaß an der Bewegung steht im Vordergrund. Deshalb halte daran fest und freue dich darauf, dich mit anderen gemeinsam zu bewegen und diesen Spaß zu teilen.

Um dich leichter zu motivieren und den Spaß noch viel weiter zu steigern, suche dir am besten andere Bewegungsbegeisterte, mit denen du gemeinsam trainieren kannst. Bestimmt gibt es bei dir in der Umgebung bereits eine Gruppe, die regelmäßig unterwegs ist. So viele neue Menschen, ein unbekanntes Umfeld, so manch einer fühlt sich schnell abgeschreckt – doch das völlig ohne Grund!

Neue, tolle Menschen kennen zu lernen ist erfüllend und eine großartige Chance, Freundschaften zu knüpfen. Das neue Umfeld ermöglicht es, so vieles zu lernen und zwar nicht nur körperlich und Parkour-bezogen. Zwischenmenschlich, philosophisch, es gibt so viel von jedem Einzelnen zu lernen, das man nur entdecken muss!

Also – raus mit dir, in die Stadt oder Natur und entdecke, dass du alle Voraussetzungen bereits mitbringst, Bewegung neu kennen zu lernen und dich mit Parkour in eine Welt voller neuer Erfahrungen zu begeben.


Was war für euch der Grund anzufangen, was hat euch vielleicht zuerst gehindert, gleich anzufangen? – Schreibt es uns in den Kommentaren

 

Für alle, die sich noch immer nicht bereit fühlen, den Schritt zu wagen, hier noch zwei inspirative Videos, die zeigen, mit welchen Voraussetzungen das Training noch möglich ist:

 

 

Falko
Falko
Abenteurer und spontane Socke. Immer für einen Stride zu haben.

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